Forum - Spiritualität im christlichen Bewußtsein
Spiritualität im christlichen Bewußtsein
Ist so etwas möglich?
Vielleicht ein interessantes Thema für all die, denen unsere christliche "Grundprägung" bei ihren spirituellen Bemühungen ab und zu im Wege steht ... Dabei meine ich nicht die "offiziellen Kirchenweisheiten", die eigenverantwortliches Denken sowieso ablehnen. Es geht um das Bewußtsein, was wir mit Jesus und seinen Handlungen und Worten verbinden. Und dafür sind die Quellen doch sehr "gefärbt". Um so beeindruckender fand ich eine Stellungnahme zum Paulus-Evangelium - eine Richtigstellung, die uns doch ein wenig "helfen" kann: "Du sollst keinen Besitz anstreben" - heißt es doch so in etwa - für unsere jetzige Zeit und eine aktiver Teilnahme in unserer Gesellschaft also etwas unpassend. Die richtige Aussage ist aber: Du sollst Dich frei von allen äußeren Wünschen machen, um die innere Zufriedenheit zu finden. Und: Es heißt aber eben nicht, daß Du keinen Besitz, kein Geld haben sollst - wenn es Dir eben auf andere Art und Weise (also ohne eigenes Streben) zufällt. Nur so können ja auch Klöster und die Kirche selbst überleben. Also ist der Verzicht auf weltliche Werte kein Ausdruck von Spiritualität in christlichem Sinne - sondern nur ein weiteres "Mißverständnis". Denn: Wir sollten unsere Ideale in unserer Gesellschaft leben, als normaler Teil von ihr. Und vielen stand dieses "sogenannte Ideal" bisher im Weg. Genau wie das angebliche Gebot nach "Enthaltsamkeit" - aber das ist ein anderes „falsch verstandenes" Thema.
Ein „gutes Vorbild" leben
Ist es nicht wichtig, daß man ein „gutes Vorbild" lebt? Ja, das ist ein wichtiger Aspekt: Nicht nur mit vielen Worten eine "schöne Welt" beschreiben, sondern diese Ideale auch im Alltag leben. Es gibt das schöne Beispiel, daß der Prediger nach seinen Ermahnungen, mehr im Sinne Gottes zu leben, nach Hause ging und seine Frau verprügelte, weil das Essen fünf Minuten zu spät fertig war. Viele, die so viele schöne Worte im Mund führen, haben leider immer auch noch gleichzeitig die "Faust geballt" in Bereitschaft. Offenheit - wie wichtig ist sie? Die katholische Kirche lehnt Yoga ab, weil man dort nicht nach "Gott dort oben" sucht, sondern in sich selbst. Es ist schon sehr schade, wenn Anhänger des christlichen Glaubens so wenig tolerant gegenüber anderen Menschen sind. Auch REIKI ist als Teufelswerk verbannt - obwohl ich Pfarrer kenne, die heimlich (!) sogar REIKI II machten, um den Menschen um sich herum etwas Gutes zu tun. Aber so etwas zählt nicht, da ja die Besinnung auf "innere Wege" den Gang zur Kirche letztendlich überflüssig machen würde ... Es geht da also nur um "Jobs"?! Oder ganz allgemein nur um Macht? Die Bewahrung der eigenen Position als alleinige „Macht" des Wissens um den göttlichen Weg. Und die „Gläubigen" müssen folgen und gehorchen - ohne Widerspruch. Deshalb kommen aus dieser "Ecke" sehr viele Angriffe voller Haß - ein Widerspruch zum "Christlichen"...
Zu seinen Grundwerten stehen
Ich habe vor Jahren in meinen Weihnachtsbriefen die Mohammed-Karrikatur verschickt. Um damit einfach allen einmal zu zeigen, wegen welcher "Harmlosigkeit" viele Leute sterben mußten - nur weil "religiöse Überwacher" in Arabien ihre politische Macht vergrößern wollten. Wenn wir - aus "Angst" vor terroristischen Reaktionen - solche Dinge vermeiden und unser "normales" Verhalten ändern - ist damit nicht das Ende unserer Kultur und unserer Selbstbestimmung gekommen? Alles also Maßnahmen, um "Macht auszuüben" - einmal durch Strafe und Drohung - andererseits mit Belohnungen. Kein Wunder, daß sich viele vom Christentum zum Islam umorientieren - immer nur mit Druck und Drohung möchte doch eigentlich keiner leben, oder ...?
Bewertung:
|
|