Forum - Was kann man unter Spiritualität verstehen?

Was kann man unter Spiritualität verstehen?
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Ein Schlagwort - vielfach mißbraucht...

Ja - eine interessante Frage - und die Antworten gehen in viele Richtungen.

Spiritualität ist für mich ist das Finden des Weges zur" Inneren Führung" - also das "sich selbst finden".

Und:

Erklären kann man das einem anderen nicht.

Wer nicht anfängt, selbst zu suchen, weiß doch garnicht um was es dabei geht. Mit Lexikonweisheiten kann man das nicht verstehen - der Gegenüber nickt vielleicht, hat aber nicht das geringste verstanden.

Nur der, der "angekommen ist", weiß was gemeint ist - die anderen ahnen noch nicht einmal, daß es so etwas gibt. Also kann man es auch nicht beschreiben.

Zu einfach? Zu absolut?

Gut - dann erkläre bitte einer Ameise die Landung auf dem Mond...

Aber:

Es gibt eine indirekte Möglichkeit, das Thema verständlicher zu machen: Über die Beobachtung der Auswirkungen!

Durch die in mir "gefundene" Spiritualiät lebe ich in innerer Ruhe und Kraft.


Wenn um mich herum einige Menschen sich bekriegen, kann in in meinem Frieden bleiben.
Denn ich bin frei von inneren und äußeren Abhängigkeiten - werde nicht in Dinge gezogen, die ich nicht will.

 

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Admin« (19.09.2009, 17:38)

Bild 19.09.2009, 17:37
Sind alle Menschen sprirituell?
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Es ist so schön einfach zu sagen: Alle Menschen sind spirituell (weil es übersetzt ja nur geistig oder so heißt).

Die ursprünglich gestellte Frage beinhaltet aber eine andere Definition: Die spirituelle Entwicklung - hin zu einer Selbstfindung, um es ganz einfach auszudrücken.

Was bedeutet das genauer?
"Viele entwickeln sich spirituell - den meisten bleibt es glücklicherweise erspart!"

Ja - denn so ganz einfach und schmerzfrei geht das wirklich nicht - da reichen nicht so ein, zwei Seminare und das Lesen eines Buches über Karma oder Pendeltechnik usw....

Was bleibt einem also erspart?
In der Regel das ziemlich komplette Ändern seines Lebens - Aufgabe seines Partners, Ändern seines Berufs, Austausch seines Freundeskreises.

Das will und kann nicht jeder - Bindungen und Ängste stehen davor.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur noch weiteres ergänzen: Ein halbes Jahr weg von fast allen Menschen, um sich selbst von Grund auf kennen- und neu definieren zu lernen - wer kann sich das erlauben?

Und dann all das Erkannte in über 10 Jahren im Leben erprobt und für sich in Besitz genommen - das führt zu der Kraft und Ruhe - und ist letztendlich die Anwort, warum Du vielleicht so einige Probleme mehr mit Deinen Mitmenschen hast.

Spiritualität funktioniert nicht auf Fingerschnippen - es ist "Arbeit" - an sich selbst, mit anderen - hin zu der Überwindung seiner karmischen Beschränkungen. Erleuchtung dagegen ist das Ereignis eines Moments - aber auch nur der Beginn einer langen "Reise".

Und oft reicht nicht ein ganzes Leben - besonders, wenn man keine Geduld mit sich selbst findet. "Mensch sein" gehört auch mit dazu - man lernt sich selbst auch gut dadurch kennen, wenn man sich "in die Probleme anderer hineinziehen läßt" - bis man irgendwann sagt: Nein! - Und so beginnt der nächste Schritt...

Wenn man die Definitions-Unterschied herausarbeitet:

Einmal gibt es eine Spiritualität, die jeden beeinhaltet, weil jeder diese Möglichkeit hat.

Und andererseits ist es doch so, daß mit der Ursprungs-Frage des Themas wohl etwas anderes gemeint sein wird- also schon ein weitergehender Prozeß der spirituellen Entwicklung.

Das ganze also zwei verschiedene Bereiche - warum?

Wenn ein Ratsuchender mir - nach meinen "Hinweisen für die nächsten Schritte" - seine Problem-Details schildert, darf ich diese nicht in mich aufnehmen, muß sie umgehend "wegwischen" können - es sind ja nicht Themen meines Lebens.

Denn - schaffe ich das nicht - kann ich mich nicht frei und unbelastet dem nächsten Fragesteller widmen - ich würde seine Lebensaufgaben zu leicht mit denen des Vorgängers vermischen - schlimm, was das für Ergebnisse bringen würde. Und noch schlimmer, wenn ich meine eigenen ungelösten Themen auch noch mitschwingen ließe ...

Darum die Schilderung, was Spiritualität für Auswirkungen bringt, um den Punkt zu erreichen, der einen "befreit" mit den Problemen anderer Menschen umgehen läßt.

Und deshalb auch meine Einleitung, in welchem Forum wir hier sind - es ist, denke ich, schon eine große Verantwortung, wenn man wirklich "Wegweiser" sein will ...

Bild 19.09.2009, 17:43
Jeder Mensch hat seinen Weg
# 3 Zum Seitenanfang

Jeder Mensch hat seinen Weg - und das ist wichtig, ihm den nicht zu stören. Wir lernen aber doch alle voneinander, oder?

Wenn ich also jetzt eine Darstellung eines speziellen Weges höre - dem ich absolut nicht zustimmen kann, weil er meiner Meinung nach für andere nicht unkommentiert empfehlenswert ist - dann muß ich auch etwas "dagegen" sagen!

Denn - wenn etwas für andere sich auch zum Schaden entwickeln kann, weil sie nicht wissen, auf was sie sich da einlassen - bin ich durch Unterlassung mitschuldig, oder?

Darum ist es wichtig, eine definierte Meinung gegen das zu stellen, was einem nicht gefällt - vielleicht hilft es ja, daß Betroffene ihre Situation noch einmal überdenken - nicht einfach etwas übernehmen, weil es "gedruckt" immer so eindrucksvoll aussieht - und die geringe Wertschätzung der eigenen Meinung zu leicht alles von außen aufsaugt.

Ein nettes Beispiel:
Da verkauften (wirklich: gegen viel Geld) einige Heilsbringer mit schönen Worten den geistigen Beistand für den Fall, daß die Gutgläubigen einmal vom Bösen behelligt werden - sie würden dann ihre Seele beschützen.

Sicher ein Extrem-Beispiel - aber viele haben gezahlt.

Diese Episode hat natürlich nichts mit dem zu tun, was hier diskutiert wird - soll aber zeigen, daß man doch auch einmal etwas sagen darf (und muß !), wenn einem der Weg eines anderen gar zu dubios vorkommt.

Bitte - ich möchte folgendes nie hören: "Alles ist gut", "alles ist richtig", "jeder macht schon das für ihn richtige", "es sollte wohl so sein"!

Diese Beispiele grenzenloser Verantwortungslosigkeit für sich selbst und für andere ist das, was viele Suchende in die spirituelle Krise treiben läßt ...
Ich habe eine entsprechend Selbstmordgefährdete in die Geschlossene eingeliefert ...

Darum ist es beachtenswert, wie manche zum Beispiel Verantwortung für das eigene Leben wegschieben - wie man so etwas vor sich selbst wegargumentieren kann - sicher nicht so das übliche, oder?

"Ein Prediger kommt nach hause - und verprügelt seine Frau - weil das Essen nicht rechtzeitig fertig war..."

Darüber sollte man nachdenken.

Ähh - worüber?

Es reicht nicht, über Spiritualität und Werte zu reden - wer es nicht lebt, wie soll man dann seine Worte ernst nehmen?

Ich kann nicht einfach hingehen und sagen "Wir sind alle spirituell" - "Jeder ist spirituell" - ...

Wäre es nicht besser zu sagen: "Jeder hat die Chance, Spiritualität für sich zu entdecken, zu entwickeln und dann auch zu leben"?

Willst Du einem Atheisten - für den es keinerlei Werte usw. gibt - "Spiritualität" als Eigenschaft zugestehen - nur weil er ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Ich bin Gott" trägt, um Dich "zu veralbern"?

Im Eso-Sektor sind 95% Quatschköpfe, die sich selbst nur gegenseitig beweihräuchern, wie spirituell sie sind - und wieviele teure Kurse sie schon gemacht haben - und daß ich schon drei vergangene Leben bearbeitet habe, Du aber erst zwei...

Reden statt Arbeiten - Profilierung statt Demut - Arroganz statt Mitgefühl - "Kasse" statt Berufung - Selbstmitleid statt Hilfsbereitschaft...

Was soll daraus werden?

Ein Alptraum!

Der auf die böse zurückfällt, die solch ein "spirituelles Scheinleben" führen.

Bild 19.09.2009, 17:49
Das Leben leicht nehmen
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Ein schöner Ansatz ist es, das Leben leicht zu nehmen, die Freude zu erkennen - wie gerade auch im vorstehenden Beitrag geschrieben. Ich finde, da ist z.B. der Dalai Lama ein faszinierendes Vorbild.

Was hat das mit Spiritualität zu tun?

In dem ich ein "besseres Verhältnis zu mir selbst gewinne", erkenne ich, was wirklich wichtig für mich ist. Und so kann ich das unwichtige, oft belastende, loslasssen und freue mich viel leichter an Kleinigkeiten - einer hübschen Blume am Wegrand, dem Lächeln eines Menschen, der mir begegnet - einfach gesagt: daß es mir im Moment gut geht, ich den Augenblick genießen kann.

Wenn mir jemand zum 100. Mal erzählt, dass gerade er nichts spürt und sowieso nichts kann - und immer noch nicht den Sinn seines Lebens gefunden hat ....

Ja - das kennt wohl jeder: die ewig Jammernden. Da kann man noch so viel zuhören und mit ihnen reden - es ändert sich nichts - weil sie selbst nichts ändern wollen. Das ist gerade das, was ich oben ansprach: Reden - aber nicht wirklich etwas zu tun.

Der andere Teil sind die selbsternannten Super-Gurus, die alles können und alles wissen - und soo spirituell weit entwickelt sind, daß sie mit den Anfängern fast überhaupt nichts mehr zu tun haben wollen...

Bei solch Gelegenheiten holte ich dann mein kleines Testgerät heraus - das Egely Wheel: Ohne Berührung - nur mit der Kraft Deiner Gedanken - kann man es drehen lassen (man muß wirklich ziemlich "bei sich sein"...).

Ja - und dann wird es für diese arroganten Selbstdarsteller immer sehr peinlich - nicht eine einzige kleine Bewegung - sie verschwinden dann mit dummen Bemerkungen... Und die ruhige, ältere Dame bringt das Gerät dann fast zum Abheben...

Man könnte auch sagen: Wer diese Selbstdarstellung in der Öffentlichkeit so braucht, hat da wohl einige ganz andere Probleme - nimmt die Spiritualität nur als Plattform für seine Unsicherheit - könnte auch beim Kaninchenzüchterverein eine wichtige Rolle spielen ...

Spiritualität ist eben auch ein "Lernprozeß" der Persönlichkeit - etwas Inneres, das nach außen strahlt - mit sehr viel Liebe und Kraft - aber auch mit entsprechendem Selbstbewußtsein. Denn die für sich gefundenen und dann gelebten Werte sind das, was Dir die Ruhe und Kraft gibt, auch für andere so da zu sein, daß Du es nicht mehr für Dein Ego tun mußt...

Bild 19.09.2009, 17:52
Der Weg zur Spiritualität - als eine Art Irrgarten
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Spiritualität hat eben nichts mit Theorien zu tun - manche beschreiben so herrliche Bilder, die man aber bestimmt nie umsetzen kann...

Warum?
Das Leben ist doch "etwas" komplizierter - und darum muß Spiritualität mit Menschen - und nicht im Kopf - wirklich gelebt werden.

Man kann wohl kaum den ganzen Tag als Sklaventreiber im Büro arbeiten - und abends dann zwei Stunden Spiritualität "denken" - "ach, wie bin ich heute wieder gut drauf..." - sozusagen als selbsternannter Teilzeit-Guru...

Diese "Einheit" von Geist ,Seele und "Lebenswandel" ist ein Prozeß - etwas, was nicht umkehrbar ist. Der recht bekannte Sufi Reshad Field hat es sehr schön als eine Art "Irrgarten" bezeichnet - den Weg des Suchenden, der zuerst immer wieder scheinbar in die Irre führt - dann aber zu einem Punkt kommt, an dem sich alles entscheidet: Spiritualität leben oder zurück - eine spätere Rückkehr ist ausgeschlossen.

Das ist es - und das ist "alles".

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Admin« (23.09.2009, 21:15)

Bild 23.09.2009, 21:15
Die Entscheidung zur Spiritualität
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Eine wirklich wahre - ziemlich eindeutige - Geschichte, die ich immer wieder zur Verdeutlichung präsentiere - sie hat mich selbst damals sehr betroffen gemacht:

Viele Seminare und Gespräche - über einige Jahre hin - führten eine junge Frau, die von mir eigentlich alles denk- und undenkbare erfahren hatte, zu folgender Frage: Thore - ich denke, ich habe jetzt wirklich alles begriffen - und sehe auch all die spirituellen Lebens-Werte als richtig für mich an. Was meinst Du dazu, wenn ich die nächsten zwei Jahre "drauflos lebe" - danach dann erst wieder entsprechend diesen Idealen lebe?

Hmmh - nichts - absolut nichts mehr muß man dazu sagen - das Thema Spiritualität erklärt sich hier von ganz allein.

Es ist nichts, was eine Entscheidung für oder gegen etwas ist - es ist nichts, was man tut, um etwas zu erreichen - es ist kein Geben und Nehmen - es ist keine Anpassung an Regeln oder Unterordnung eigener Bedürfnisse an bestimmte höhere Werte - es geschieht... - oder eben nicht ...

Weiter vorne das schöne Labyrinth-Beispiel zeigt die "Phasen":

1. Die Suche - das Gefühl, daß es da in meinem Leben noch etwas "mehr" geben wird...

2. Die Entscheidung - ohne Argumente oder definierte Ziele zu sagen, egal was da komme...

3. Die Bewußtwerdung - ich habe ein - mein - neues Leben gefunden...


Und noch ein kleines Beispiel, was die kleinen Unterschiede auf andere Art zeigen kann - auf jeden Fall zum Nachdenken anregt:

REIKI - jeder kann da die ein, zwei, drei Kurse belegen - bekommt Einweihungen und dadurch gleich anwendbare "Heiler" - Fähigkeiten - doch echt beeindruckend, oder...?

Ist das aber alles - ist es soo einfach?

Viele - sehr viele - "vergessen" sehr bald, was sie hier erfahren "durften" - reden zwar ab und zu von ihren Kursen - wenden diese "Techniken" aber schon lange nicht mehr an - oft mit der Begründung: Es funktioniert nicht mehr... - ich habe nicht das Gefühl, daß es noch wirkt - es war wohl nichts für mich... - ...

Warum ist das geschehen - kann das wirklich passieren - "verschwindet" REIKI?

Wohl kaum. Man muß es nur richtig "verstehen": Die Erweckung dieser uns allen eigenen Fähigkeiten ist eine Art "Vorschuß" - etwas, was "wir uns danach erst noch endgültig erwerben müssen! Und das geschieht durch eine Art "persönlicher Weiterentwicklung" - in spiritueller und somit wertemäßiger Hinsicht - meist mit wesentlichen Veränderungen im jeweiligen "Leben".

Und: aus REIKI wird dann "viel mehr" - man kann sagen "etwas stärkeres" - es ist jetzt Teil von einem selbst - keine Folge äußerer Einweihungen.

Alles nur Therorie?
Mit diesem - in einem anderen Thema erwähnten - Meßgerät (Egely Wheel) für "spirituelle Kräfte" konnte ich es leicht prüfen: Die REIKI-Kraft bringt das Rad höchstens zum Wackeln - nur die "eigene Kraft" drehte es schneller und schneller ...

"Wollen" und "Können" - zwei schwierige Phasen - das eine führt nur unter "Schmerzen" zum anderen - und wer ist bereit, in "voller Konsequenz" diesen Weg bis zum Ende zu gehen? Suchen - Finden - auch hier wieder die zwei Seiten der Spiritualität - will ich es "von ganzem Herzen"?

Es ist nicht mit Worten zu entscheiden - es ändert das Leben - ohne etwas "aufgeben zu müssen"...

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Admin« (28.09.2009, 01:14)

Bild 28.09.2009, 01:12
RE:Die Entscheidung zur Spiritualität
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Ein echt tolles Beitrag! Schade das es hier nicht mehrere Leute gibt um das alles zu sehen :( 

Bild 24.12.2013, 02:06
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