Forum - Bin ich bereit für eine Beziehung?
Bin ich bereit für eine Beziehung?
Diese Frage ist wichtiger als man denkt...
Diese Frage ist nicht so ganz einfach zu beantworten - obwohl die meisten sie sich stellen, stellen sollten. Nähern wir uns der Antwort an - durch mehrere „kleinere" Fragen: 1. Will ich eine Beziehung? Eigentlich ziemlicher Blödsinn diese Frage... Wie beantwortet man Fragen vom Niveau „Willst Du glücklich werden?" - Da kommen dann alle Ängste, Wünsche, Vorurteile, Erwartungen und Prägungen des ganzen Lebens mit hinein - also keine Basis für eine feinschichtigere Überlegung. 2. Was bin ich bereit, für eine Beziehung aufzugeben? Im Prinzip ALLES - bis auf zwei, drei Dinge. Das, was mich als Persönlichkeit in meiner Existenz definiert, ist nicht in Frage zu stellen: Mein eingeschlagener persönlicher Weg der spirituellen Weiterentwicklung, meine zur Lebensbeurteilung dienenden Wertebegriffe, meine Basis der beruflichen Existenzsicherung. Über alles andere lasse ich gerne mit mir reden, es mit dem Partner gemeinsam neu definieren. 3. Was bin ich bereit, für eine Beziehung zu opfern? Auah! Nichts - natürlich. So eine schmerzhafte Art von Verzicht würde von Anfang an eine Belastung der Beziehung verursachen, die sich später rächen wird. Er bringt einen Hund mit, sie eine Katze - soll einer auf seinen „Liebling" verzichten? Darf man so etwas vom anderen erwarten? Also muß eine wirklich „gemeinsame" Lösung gefunden werden. 4. Würde ich alles für einen Partner tun? ... und mich dann so weit selbst verleugnen, daß er schon bald das Interesse an mir verlieren wird! Fragen sollte man sich dabei, ob der Wunsch nach Miteinander nicht nur als Ausgleich für vordergründige Bedürfnisse besteht - man nur nicht mehr allein sein will, nicht mehr die Verantwortung für sein eigenes Leben übernehmen möchte. 5. Wieviel an „Raum und Zeit" kann ich einem Partner geben? Die Frage beinhaltet schon fast einen Ausschlußgrund - die Unfähigkeit, ein gemeinsames Leben zu führen. Wer so eine „eingefahrenes" Leben voller Rituale hat, daß er z.B. abends immer seine anderthalb Stunden im Bad benötigt - auch wenn man erst um Mitternacht nach hause kommt - der wird einen Partner nur als Belastung empfinden. Dazu gehören auch all die, denen die „Umsorgung" ihrer Wehwehchen und Allergien so strenge Beschränkungen auferlegen, daß ihr Tagesablauf nicht gestört werden darf. Na - und dann all die Vereine und anderen wichtigen Verpflichtungen ... 6. Was möchte ich mit einem Partner erreichen? Eine Familie haben, Reisen machen, ein Haus bauen, ...? Hmmh - „billiger" wäre das alles ohne eine Beziehung zu erlangen. Ein Partner wäre dann also nur „Erfüllungs-Gehilfe" - das menschliche kommt doch da eigentlich zu kurz?! Ursache und Wirkung - erst den Partner finden - dann „erarbeiten", wie man ein gemeinsames Leben sieht - sich dann diese Aufgaben eventuell von selbst ergeben werden. Sonst hat man irgendwann ein schönes Haus und Kinder - und der Partner ist schon längst eigene Wege gegangen, weil er nicht zu einem paßte. Ach so - die Antwort fehlt noch: Nichts! Einfach abwarten, was sich entwickelt - ich kenne doch noch nicht des anderen Eigenschaften... Die „Qualität" meiner Wahl wird mir die richtige „Ergänzung" für mein Leben bringen. Das alles nur ein kleiner "Denkanstoß" - entstanden aus einigen Gesprächen und E-Mails. Erst sich selbst betrachten - dann den anderen - es könnte nützlich sein
Meine "Wahrheiten"
Mancher sagt - trotz aller Sehnsüchte - habe ich ab und an Zweifel, ob ich wirklich jemanden in mein Leben lassen will, denn es ist ja so ausgefüllt. Oder fülle ich es aus weil so viel Platz für mich alleine da ist? Ich würde mein Leben schon ganz gerne mit jemandem Teilen, das bedeutet aber Platz zu machen für IHN. .. Eigentlich sind "Die Wahrheiten" hier schon ziemlich bewußt formuliert worden. Wenn man den "vorhandenen" Platz nicht für sich selbst ausfüllen würde, bliebe ein Gefühl der Leere, der Unvollständigkeit jedes Schrittes, jedes Tages. Nur wenn sein Leben ausgefüllt und man ja auch mit diesem - so wie es ist - einigermaßen zufrieden ist, kannst man auch jemanden in sein Leben hinein lassen. Sonst würdest man ja nur "irgend jemanden" hineinziehen - nur um die Lücken zu füllen - wir alle haben da unsere schlechten Erfahrungen sicher schon gemacht. "Platz zu machen" für den Partner ist doch auf Basis dieser "Ausgefülltheit" kein Problem - das Leben hat noch viel mehr Platz! Man wird ja bereichert, gibt nichts auf, findet gemeinsame neue Inhalte - macht doch viele dieser "unverzichtbaren" Dinge mit dem anderen zusammen. Und: Schafft man nicht durch das "Teilen" von Aufgaben sehr viel freie Zeit? Diese wird nach und nach durch das Neue gefüllt - also ohne Belastungen oder Verlust befürchten zu müssen. Wenn man dann noch berücksichtigst, daß man durch das Miteinander "schwebt", wird einem das frühere Leben bei weitem nicht mehr so erstrebenswert und wirklich „ausgefüllt" vorkommen. Einfach nur hoffen, sich auf die Zukunft freuen!
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