Forum - Ehrlichkeit - in allen 'Richtungen'

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Ehrlichkeit - in allen 'Richtungen'
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Was tue ich? Was darf ich erwarten?

Ein schwieriges (?) Thema, das eben auch mit dem Begriff „Wahrheit" eng verbunden ist. Diese Wechselbeziehung gerade bei der Partnersuche erfordert, die verschiedenen „Arten" besonders aufmerksam zu betrachten.

Ehrlichkeit zu anderen

Fast jeder kennt so ein ähnliches Beispiel: Zwei Schüler haben die Hausaufgaben nicht gemacht und werden einzeln zum Lehrer zitiert. Beide erzählen sie die gleiche Geschichte als Ausrede. Der eine bekommt eine Strafarbeit, der andere nicht. Warum?

Der bestrafte Schüler nahm die Geschichte nur als Ausrede, weil er lieber Fußballspielen gegangen ist. Der andere Schüler hatte wirkliche Probleme gehabt und diese ohne Ausrede und Beschönigung dargestellt.

Woran merkte der Lehrer den Unterschied? Am „nicht in die Augen blicken können" - an Nervosität beim Erzählen - oder ist es etwas ganz anderes?! Haben wir Menschen nicht einen sechsten, siebten oder gar achten Sinn, der uns „spüren" läßt, ob etwas ehrlich ist, was man uns erzählt, ob da im Erzählen echte Gefühle „mitschwingen"?

Umgekehrt natürlich die „Betroffenheit" zu erkennen, belogen zu werden - dieses Folgegefühl des verletzten Vertrauens macht den Vorgang meist erst noch richtig schlimm.

Ehrlichkeit zu sich selbst

In der Regel ist das ein Thema, mit dem jeder in sich selbst zu Recht kommen muß. Aber es hat auch in anderen Bereichen eine wichtige Bedeutung. Kommt zum Beispiel jemand zu mir zur Beratung und erzählt von seinen Problemen - und meist auch noch von den Ursachen dafür - dann kann man eigentlich davon ausgehen, daß nicht alles ganz genau so zutrifft. Warum?

Wäre er ehrlich zu sich selbst - und würde er diese Probleme und deren Ursachen wirklich erkannt haben - gäbe es doch eigentlich keinen Grund mehr für seine Beschwerden?! Das ist sicherlich etwas vereinfacht ausgedrückt - soll aber zeigen, daß eine „Selbstdiagnose" nicht ganz einfach ist. Eben das ist ja auch die schwierige Aufgabe von z.B. Homöopathen. Nur diejenigen, die über viel Menschenkenntnis verfügen und „zwischen den Zeilen lesen können", werden die richtigen Kügelchen finden.

Deshalb ist meines Erachtens die Homöopathie auch bei vielen in Verruf geraten, weil dem Patienten eben nach diesen „falschen Wahrheiten" nicht geholfen werden konnte - trotz ausführlicher Befragungen. Und: Es gibt in dieser Form auch „verschiedene Wahrheiten" - nicht jedes Mittel hilft bei gleichen Lebensumständen auch einem anderen Patienten - die Menschen sind einfach zu „unterschiedlich".

Ist das nicht verständlich genug? Gut - nehmen wir ein Beispiel von Traumdeutungen. In Büchern wird da dem Traumbild eines Hundes eine bestimmte Bedeutung zugeordnet. Die meisten werden mir zustimmen, daß auf der Gefühlsebene so ein Hund für jeden eine andere Bedeutung, Auswirkung hat - zwischen Angst und Liebe sicher alle Abstufungen. In Traumdeutungen „lese" ich deshalb die Gefühlsbedeutungen des Unterbewußtseins des „Träumers" - erzähle den Sinn in den individuellen "Wahrheits"-Bildern dieser Person, die oft für keinen anderen Zuhörer einen Sinn ergeben.

 

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal bearbeitet, zuletzt von »Admin« (26.11.2008, 14:17)

Bild 26.11.2008, 14:14
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Ehrlichkeit - bei der Partnersuche
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Ehrlichkeit bei der Partnersuche

Jetzt natürlich das für die Leser dieses Forums wichtigste Rubrik - die aber erst jetzt folgt, da sie beide vorstehenden Varianten auf das Extremste zusammenfaßt. Kurz gesagt:

1. Wer dem möglichen Partner etwas „vorspielt" - also nicht ehrlich ist - wird auf die Nase fallen.
2. Wer nicht zu sich selbst ehrlich ist - für sich ein falsches Wunschbild eines Partners erzeugt - wird auf die Nase fallen.


Das ist keine Theorie - ich habe es schon mehrfach „praktiziert" - beides. Warum aber gibt es diese Schwierigkeiten? Nun - die Ehrlichkeit dem anderen gegenüber ist schon deshalb nicht ganz einfach, weil einem überall suggeriert wird, wie der ideale Mann, die ideale Frau, zu sein hat - und man denkt unwillkürlich immer ein klein wenig daran (um es vorsichtig auszudrücken). Es ist auch zusätzlich die vorgebliche Erwartung des anderen, die uns fälschlicherweise nötigt, nicht „wir selbst" zu sein.

Gut - andererseits gibt es die Egoisten und Schauspieler, die sich überlegen, wie man sich den „passenden" Partner als Statussymbol „angelt" - besser gesagt mit vorgespielten gleichen Interessen „kauft". Oft ist es nur die nicht mehr ertragbare Einsamkeit, die manchen veranlaßt, sich selbst zu „verraten" - wirklich alles zu tun, um dieses Bedürfnis nach Zweisamkeit zu erfüllen.

Noch schwieriger wird es dann aber mit dem zweiten Teil - dem „Unbewußten Selbstbetrug". Viele Idealbilder - meist aus Erfahrungen der Vergangenheit - prägen das Bild, nach dem wir „suchen". Und es fehlt die Fähigkeit und Erkenntnis zur Ehrlichkeit, daß es aber eben nicht der Menschentyp ist, der wirklich „zu uns paßt". Man macht sich eine Vorstellung - ein oft zu konkretes Bild - vom möglichen Partner. Und packt auch noch viele Wünsche eines möglichen Lebensumfelds und der Bildung mit herein - und ist jetzt auf diese Art Schablone fixiert (siehe die Forums-Filter).

Ehrlichkeit bedeutet in diesem Fall - so wie ich es auch schon bei der Spiritualität beschrieben habe - sich über seine eigenen wirklichen Bedürfnisse in Hinblick eines Partners bewußt zu werden - es werden überraschend wenige „Prüfpunkte" bleiben, so richtig unkompliziert.

Nicht außer acht lassen darf man hier aber das Gefühl, das eine viel wichtigere Rolle als die äußeren Maßstäbe spielt. Darum gehört es auch zur Wahrheit, ein wirklich „ehrliches" Foto von sich hier im Forum zu zeigen. Gut - was ist das? Mein Bild ist sicher nur zum Teil da einzuordnen - ich habe unter sehr vielen (75 extra gemacht) sehr lange gesucht, um schließlich dieses auszusuchen. Es stellt für mich mein Aussehen so dar, wie es mir gefällt. Ich habe aber auch ein ernsteres, nicht so „ansprechendes Gesicht" - bin ich also unehrlich? Gut - das ist die Frage des Gefühls, das der jeweilige Betrachter entwickelt, wenn er mir in die Augen des Fotos blickt.

Deshalb sind meine Appelle für bessere, ausdrucksvollere „Augen"-Porträts hier im Forum keine Willkür. Ist das übertrieben? Andererseits habe ich aber eben auch erlebt, daß ein Forumsmitglied „in Natur" so viel hübscher und anders ist, als hier per Foto von sich dargestellt - eigentlich schade für alle anderen Betrachter ...! Gut - da gibt es sicher die Grenze des machbaren, dafür haben wir ja dann die weiteren direkten Austauschmöglichkeiten.

Zurück zu meiner Ehrlichkeit mir gegenüber - gerade in Bezug auf einen Partner - besser: „den richtigen" Menschen für mein weiteres Leben. Und diese Entscheidung ist von der wohl mit größten denkbaren Tragweite - es geht ja nicht nur um eine Art Autokauf. Doch so wird es oft gehandhabt.

Es nützt ja also nichts, mich kurzzeitig so zu verstellen, daß der anderen auf mich „hereinfällt". Das Leben ist ja noch ziemlich lang - diese schauspielerische Darbietung halte ich nicht ewig durch. Warum also nicht schon vorher beginnen, sich in den Punkten, die einem scheinbar an einem selbst nicht gefallen, zu ändern? Oder aber: dazu zu stehen. Und - wie überraschend - wird man plötzlich eine nicht gekannte „Resonanz" bei anderen Personen bekommen! Wie im ersten Beispiel mit dem Schüler: durch Aufrichtigkeit „das Herz des anderen zu erreichen". Und darum geht es uns allen doch ...

Die Folge davon: Eine „ehrlich" gute Beziehung.

Bild 26.11.2008, 14:16
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