Forum - Scheinheiligkeit - Wie ehrlich seid Ihr?

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Scheinheiligkeit - Wie ehrlich seid Ihr?
# 1 Zum Seitenanfang
Eine "Krankheit" in vielen Esoterik-Foren

Wie ehrlich seid Ihr zu Euch selbst?

Diese Frage stellte sich mir, als ich die Argumentationen in einigen Foren verwundert zur Kenntnis nahm - es an einem erfundenen Beispiel demonstrieren möchte:

Eine Person vergnügt sich die Nächte durch, trinkt zu viel Alkohol - und verursacht einen Autounfall, der zu längerer Krankheit und dem Wechsel des Arbeitsplatzes führt.

Soweit die Geschichte. Was für Kommentare dazu würde man nun bei „Esoteriker" erwarten dürfen?

1. Die Person mußte wohl auf diese Art und Weise lernen, daß sie ihren Arbeitsplatz wechseln sollte.
2. Das Schicksal hat sie diesen Weg geführt
3. Es sollte wohl so sein

Was ich nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht erwarten würde, wären folgende Stellungnahmen:

1. Diese Person hat einen schlimmen Fehler gemacht
2. Jeder sollte daraus lernen, und mehr Verantwortung für sein Leben, seine Gesundheit übernehmen.

Auffällig ist für mich, daß scheinbar jegliche Selbstkritik für das eigene Handeln fehlt - auch für jeden anderen die Richtigkeit nie in Frage gestellt wird. Immer wieder kommen die Schreiber zu Aussagen, daß jedes Lebensproblem ein notwendiger Lernschritt sei.

Aber: Muß man wirklich nur aus Fehlern lernen? Kann man sie nicht auch einfach "nur" vermeiden, indem man z.B. mehr Verantwortung für sein Handeln übernimmt? Und nicht alles als „gottgegeben" hinnimmt, wenn man zum x-ten Mal den gleichen Fehler macht ...?

Hilft es wirklich, alles zu endschuldigen und mit dem Mäntelchen des „Lernen müssens" zu verdrängen? Wie kann man dann überhaupt noch lernen?
Ist das alles nicht Selbstbetrug?

Wenn die Erde durch das Verschulden der Menschen total verwüstet wäre - was würde ein "Esoteriker" dann sagen?

Wie gut, daß wenigstens die Kakerlaken überlebt haben.

Ich bin etwas verwundert und enttäuscht ...

Bild 15.11.2008, 19:00
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Scheinheiligkeit: Einen Fehler auch Fehler nennen!
# 2 Zum Seitenanfang

... Schade finde ich, daß Du ein konstruiertes Beispiel nennst und Dich nicht in einem konkreten Fall einbringst. - Aber ich finde, dass Du ein wichtiges Thema ansprichst.....

Ein anderes Beispiel wollte ich im Detail nicht wiederholen - aber kurzgefaßt hier folgendes:

Eine junge Frau hat die ihr gegebenen spirituellen Fähigkeiten dazu benutzt, das "Schicksal" entsprechend ihren Wünschen zu beeinflussen:

Sie beeinflußte einen Mann, sich für sie zu interessieren - und erlebte - nach dem Erfolg - eine berufliche, soziale und private Katastrophe (sie verlor für mehrere Monat ihre Stimme, dann den Freund, die Arbeit, das Selbstwertgefühl, das Interesse an Männern...). 

Meine Meinung dazu nun ist, daß man den hier gemachten FEHLER auch Fehler nennen muß. Und nicht - Esoterikart - als notwendigen Lernprozess des Schicksals verniedlichen sollte.

Sonst könnte ich ja auch eine Bank überfallen und dabei einige Leute töten - es hinterher als notwendigen Lernschritt für die Bankkunden bagatellisieren.

Es klingt zwar etwas hart - aber ist nicht manchmal ein bißchen Reue und das Anerkennen einer Fehlhandlung - auch gerade aus "niederen" Beweggründen - eine notwendige Ehrlichkeit?

 

... Und natürlich bin ich (nach dieser Anschauung!) für meine Handlungen und ihre Folgen selbst verantwortlich....

Und genau das meine ich - ich muß mich meinem Handlungen stellen - darf es nicht als unausweichlichen "Lernprozess" weit von mir schieben - als hätte ich es nicht vermeiden können (von diesen Situationen gibt es genug - ich muß nicht noch weiteres mutwillig hinzufügen).

Achtsamkeit ist ja auch eigentlich die Beobachtung von sich selbst. Genau, wie ich mir über anderer Leute Handlungen ein Urteil erlaube, muß ich mich auch mir selbst offen und ehrlich widmen - mich mir selbst stellen ...

Bild 22.11.2008, 16:57
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