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Mein 3.Leben entdecken
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Was mache ich "den Rest" meines Lebens?

Die Jugend und die Zeit der Ausbildung kann man getrost als ein erstes, eher fremdbestimmtes Leben für jeden Heranwachsenden bezeichnen.

Die berufliche Phase ist dann die eigentliche, selbstbestimmte Bewußtseins-Zeit für jede "normale" Person - lang, aber irgendwann dann auch einmal endend.

Nur - was kommt nun, folgt auf den bisher intensivsten Lebensabschnitt?

Die entspannte "Ruhephase" eines "Nicht-mehr-Gebrauchten" - oder die Chance, alle versäumten Gelegenheiten des eigenen Lebens nachzuholen?

Was aber ist das für mich Richtige - und: Gibt es vielleicht doch noch sehr viel mehr für mich?!

Eine lange, überraschend lange Zeit liegt noch vor mir - fast wie ein ganzes Leben noch einmal - ja, mein 3. Leben - das ich lernen muß zu nutzen.

Bild 14.11.2012, 00:53
Warum ist das so wichtig?
# 2 Zum Seitenanfang

Man kann natürlich auch einfach sagen: "Ich genieße meine Rentner-Zeit" - ist sicherlich ein Weg, wenn man, wie viele - sich familiären Pflichten gegenübersieht und dazu dann auch noch viele Hobbys hat.

Aber gerade Männer waren oft ihr ganzes Leben so in Beruf und zusätzlich die Familie eingespannt, daß es da nicht viel Raum für Freizeit-Beschäftigungen gab.

Und - noch schlimmer: Die Personen, die ihr Selbst-Wert-Gefühl aus den Erfolgen ihrer beruflichen Tätigkeit holten...
Auah - man kann sich vorstellen, daß die ganz schön auf die Nase fallen - ihr Leben plötzlich leer und einsam, gar bedeutungslos, geworden ist.

Viele haben schon erlebt, daß Bekannte und Freunde kurz nach dem Beginn des Ruhestandes verstarben - meist nach einer kurzen, heftigen, bösen Erkrankung: Denn es gab keine Zukunft mehr für sie - jedenfalls in ihrer inneren Einstellung - und der Körper reagiert dann sehr schnell, und so, wie es dieser Person entspricht.

Denken wir darüber weitergehend nach, bedeutet eine sinnvolle Lebens-Perspektive zu haben also auch, die Verantwortung für unsere Gesundheit besonders wahrzunehmen.

Dazu gehört aber auch, das Leben - und besonders jeden Tag - zu genießen. Und das, trotz oft nicht vermeidbarer kleiner Einschränkungen, die sich mit dem zunehmenden Alter oft nicht vermeiden lassen. Ich habe das Glück gehabt, zwei Großväter bis weit in die 90´er begleiten und beobachten zu können. Es war die Lebensfreude - das Glücklichsein bei kleinen Dingen - und besonders das Wahrnehmen von Aufgaben, seien sie auch noch so klein: Sie hatten das Gefühl "gebraucht zu werden".

Was für ein wichtiger Aspekt - die Wechselwirkung mit anderen Menschen - nicht einfach in Heimen weggesperrt zu sein...

Ein schönes Beispiel sind u.a. die in Thailand entstandenen Alters-Betreuungen: Die einzelnen "Insassen" - so würde man sie in Deutschland bezeichnen - bekommen z.B. den Auftrag auf dem Markt für das Haus einzukaufen, in Begleitung eines Einheimischen Betreuers. Ist es verwunderlich, daß bettlägerige Patienten wieder aufblühten und gesund wurden?

Ihr Leben hatte wieder einen Sinn - eine Aufgabe und eine menschliche Umgebung - da erwachen alle "Lebens-Geister" wieder, wie es so schön heißt.

Muß man wirklich noch mehr darüber sagen - ist nicht schon eine eindeutige Richtung vorgegeben? Und: ist es nicht schön, so einfach die eigene Lebensqualität auch in diesem 3.Leben zu verbessern?!

 

Bild 03.09.2013, 10:10
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