Abnehmregeln neu verstehen: Kein Fett am Abend!

Abnehmregeln neu verstehen: Kein Fett am Abend!

Croissants und Co. gehen abends eher auf die Hüften

Wer auf Dauer schlank bleiben will, sollte morgens ein fettreiches Frühstück zu sich nehmen und abends nur noch wenig und fettarm essen. Zu diesem Schluss sind US-Forscher bei Ernährungsexperimenten mit Mäusen gekommen. Demnach bewirkt ein fettreiches Frühstück eine besonders effiziente Fettverbrennung des Körpers über den gesamten Tag. Gleichzeitig kann der Körper aber auch leicht auf eine andere Verbrennungsart umschalten – zum Beispiel wenn Kohlenhydrate eingenommen werden. Bei einem Frühstück mit vielen Kohlenhydraten wird der Stoffwechsel jedoch unflexibel und bleibt während der nachfolgenden Zeit im Kohlenhydratverbrennungs-Modus. Empfehlungen für die Gewichtsreduktion müssten diese Erkenntnisse berücksichtigen, schreiben die Wissenschaftler um Molly Bray von der University of Alabama in Birmingham.


„Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler“, sagt eine alte Ernährungsregel. Für die Gesundheit könnte diese Empfehlung Gold wert sein – besonders wenn sie sich auf den Fettgehalt der Mahlzeiten bezieht. Die Forscher setzten Mäusen Mahlzeiten mit unterschiedlicher Zusammensetzung vor: Eine Gruppe erhielt zum Frühstück Nahrung mit einem hohen Fettgehalt, während das Abendessen aus vielen Kohlenhydraten bestand. Die andere musste sich dagegen nach dem Aufwachen mit einer aus wenig Fett und vielen Kohlenhydraten bestehenden Mahlzeit begnügen, kam aber dafür beim Abendessen in den Genuss von fettreichen Speisen. Beide Mäusegruppen wurden nach einigen Wochen auf ihre Gesundheit untersucht. Die Mäuse mit fettigem Frühstück und kohlenhydratreichem Abendessen zeigten keine gesundheitlichen Veränderungen und einen normalen Stoffwechsel. Dagegen legten die Mäuse, die Kohlenhydrate am Morgen und Fett am Abend erhalten hatten, an Gewicht zu. Zudem zeigten sie zahlreiche Symptome, die mit Übergewicht verbunden sind, so zum Beispiel Glukoseintoleranz, eine Vorstufe zu Diabetes.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass diese unerwünschten Symptome in erster Linie durch die unterschiedliche Reaktion des Stoffwechsels auf Fette und Kohlenhydrate in der ersten Mahlzeit nach dem Aufwachen verursacht werden: Die Mäuse, die zum Frühstück Kohlenhydrate einnahmen, schalteten ihren Stoffwechsel auf Kohlenhydratverbrennung um, und das blieb dann für den restlichen Tag so. Sie waren also nicht in der Lage, das später beim Abendessen aufgenommene Fett effizient zu verbrennen. Ganz im Gegensatz zu den Mäusen, die Fett gefrühstückt hatten: Bei ihnen wurde zwar der Stoffwechsel auf die Fettverbrennung umgestellt, konnte aber im späteren Verlauf flexibel auf die Verbrennung von Kohlenhydraten oder anderen Stoffen wechseln – je nachdem was die Mäuse gerade zu sich nahmen.

Diese Erkenntnisse könnten auch für den Menschen wichtig sein: "Menschen nehmen ganz unterschiedliche Nahrungsmittel zu sich und unsere Studie zeigt, dass eine gemischte Diät am effizientesten verbrannt wird, wenn das Frühstück relativ fettreich ist", erklärt Molly Bray. Zudem zeigten die Untersuchungen auch, dass unabhängig von kohlenhydrat- oder fettreicher Nahrung ein kalorienarmes Abendessen vorteilhaft ist. In einer weiterführenden Studie wollen die Forscher nun den Einfluss unterschiedlicher Mahlzeiten auf die Herzfunktionen testen.

01.04.2010, 09:12 von Admin | 3696 Aufrufe
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